Spiritualität jenseits der Ilusion - wenn alte Bilder zusammenfallen
Als ich vor einigen Jahren angefangen habe, mich mit der Spiritualität auseinanderzusetzen hatte ich eine sehr klare Vorstellung davon, was „spirituell sein“ für mich bedeutet.
Ich kaufte mir Bücher über die innere Kind Heilung,bin viele Reflexionsfragen durchgegangen, kaufte mir Heilsteine, Tarotkarten, räucherte meine Wohnung und schrieb meine Wünsche auf Zettel, um sie zu manifestieren. Es fühlte sich gut an- gerade wenn die Manifestationen sich in der Realität bestätigt haben.
Ab und zu hab ich mich versucht in eine Meditation zu bringen -die mir auch immer wieder innere Ruhe gegeben hat in den Momenten, ich habe versucht mich auf die positiven Dinge zu fokussieren, gute Zeiten mit mir und meinen Freunden zu haben und ich habe auch immer wieder kleine Erfolge gesammelt... trotzdem hab ich diese innere Leere gespürt.
Ich wurde immer ungeduldiger und wollte diese innere Leere los werden. Ich dachte mir : „Ich habe doch die letzten Jahre alles gemacht, was ich konnte, habe so viele Reflexionsfragen für mich bearbeitet , Muster erkannt und aufgelöst– warum fühle ich mich trotzdem leer? Wann kommen die Früchte meiner Arbeit?
Mittlerweile habe ich verstanden, dass Akzeptanz, Geduld und Hingabe einer der drei wichtigsten – und gleichzeitig schwierigsten Praktiken der Spiritualität sind.
Wenn alte Bilder einstürzen
Anfang des Jahres habe ich eine intensive Lebensphasen durchlebt wo sich viele meiner Ängste gezeigt haben.Viele meiner jahrelang erlernten Methoden gaben mir keinen Halt mehr um mich wieder in meine Stabilität zu bringen, sie wirkten leer und oberflächlich. Ich fühlte mich orientierungslos und einsam es war eine schmerzhafte Phase. Ich begann viele meiner Lebensbereiche zu hinterfragen, die Liebe, meine Gewohnheiten, meine Freundschaften, die Familie - alles war wie auf den Kopf gestellt.
Ich habe deutlich gespürt zu dieser Zeit, wie sehr ich mit meinem Selbstwertgefühl und der fehlenden Liebe zu mir selbst zu kämpfen hatte. Immer wieder suchte ich im Außen nach Glück – dabei war alles, was ich wirklich brauchte, längst in mir.
Heute weiß ich: Dieser Zusammenbruch war notwendig. Damals verstand ich die Welt nicht mehr, alles schien sinnlos. Doch genau in dem Moment des Zerfalls kann man erkennen, dass sobald die alten Bilder und Illusionen fallen, Raum für etwas Echtes, Wahrhaftiges und Kraftvolles entstehen kann.
Als die Illusionen gefallen sind, entstand Raum für neue Erfahrungen: Stille, Ehrlichkeit und die Verbindung zu mir selbst.
Ich hörte auf, im Außen nach meinem Glück zu suchen und begann stattdessen, nach innen zu lauschen.
Je bewusster ich mich selbst und meine Gefühle wahrnahm, desto klarer wurde die Verbindung zu meiner inneren Stimme.
Mit dieser neuen Tiefe kamen aber auch lange verborgene Schattenseiten zum Vorschein... doch zum ersten Mal durften auch sie gesehen und gehalten werden. Sie bekamen endlich die Aufmerksamkeit, die sie all die Jahre gebraucht hatten.
Das hört sich immer so leicht getan an, es kostet einen aber auch viel Mut und Stärke. Das schöne dabei ist jedoch, dass du jedes mal an Stärke gewinnst und Selbstsicherer wirst.
In der Vergangenheit war ich in einem Teufelskreis gefangen, der meinen Perfektionsdrang verstärkte. Ich fragte mich oft: Was muss ich noch lesen, lernen, umsetzen - um endlich glücklich zu sein? Wo blockiere ich mich noch selber?
Dabei war ich viel zu sehr darauf fixiert, immer mehr leisten zu müssen – eine Konditionierung aus meiner Kindheit, in der ich gelernt hatte, dass Liebe an Leistung gebunden ist. Mit dem Verhalten habe ich unterbewusst dieses Muster am Leben gehalten und gestärkt.
Ich war lange im Optimierungsdrang gefangen dessen ich mir garnicht wirklich bewusst war.
Die ständige Suche zu gucken was man noch verbessern und ausbessern kann, dieser ständige Kampf gegen sich selbst.
Irgendwann habe ich verstanden, dass ich gut bin, so wie ich bin. Das es darum geht, mich in meiner jetzigen Version anzunehmen – und meinen Schatten Raum zu geben. Ich war viel zu lange auf das "Ziel" versteift und habe nicht gemerkt, dass der Weg das eigentliche Ziel ist.
Je mehr ich mich traute, unangenehme Gefühle wirklich zu durchleben, desto echter wurde die Verbindung zu mir selbst und mein Leben im außen hat mir das widerspiegelt.
Heute bedeutet Spiritualität für mich nicht mehr, möglichst viele Bücher zu lesen, mich in Meditationen zu "zwingen", alles aufarbeiten zu wollen und mich in die Achtsamkeit zu "zwingen". Es bedeutet für mich authentisch mit mir selbst verbunden zu sein, mir selber den Halt zu geben– auch dann, wenn es unbequem wird. Und vor allen Dingen mich mit all meinen Facetten anzunehmen und zu lieben, sowie ich bin.
Es bedeutet für mich nicht mehr meine Schatten wegzudrücken wenn sie hochkommen, sondern sie als Teil meiner Ganzheit anzunehmen.
Und vor allem bedeutet es für mich, immer wieder ins Vertrauen ins Leben und seine Prozesse zurückzukehren – auch wenn ich nicht weiß, wie die nächsten Schritte aussehen. Die Antworten werden folgen.
Es heißt für mich, Verantwortung für mein Leben zu übernehmen und Entscheidungen zu treffen, auch wenn sie unangenehm sind oder sie mich aus meiner Komfortzone locken.
Den Blick auf mein Umfeld zu haben, dankbar zu sein für das was ich habe und ehrlich zu schauen, wo ich im Leben stehe, wie ich anderen Menschen helfen kann und wo ich möglicherweise andere verletze.
Deine Einladung
Vielleicht stehst du auch an einem Punkt, an dem deine bisherigen Vorstellungen über dein Leben sowie Glaubenssysteme ins Wanken geraten. Vielleicht fühlst du dich manchmal leer oder orientierungslos. Wenn das so ist, möchte ich dir Mut machen: Das ist kein Ende – es ist ein Anfang.
Denn genau in den Momenten, in denen alte Illusionen wegbrechen, zeigt sich die Möglichkeit für etwas Wahrhaftiges. Etwas, das nicht auf Regeln, Erwartungen oder äußeren Bildern basiert, sondern auf der Verbindung zu dir selbst. - Die Veränderung beginnt immer in dir.
Nimm dir ein paar Minuten und stell dir eine dieser Fragen:
• Gibt es Bereiche in meinem Leben, die sich leer oder unstimmig anfühlen?
• Suche ich meine Antworten eher im Außen z.B durch andere Menschen – oder nehme ich mir Zeit in mich hineinzuhören?
• Was gibt mir im Alltag wirklich Halt auch wenn es schwierig wird?
• Wie würde mein persönliches Wunschleben aussehen, wenn ich es frei von Regeln und Erwartungen anderer definieren würde?
• Was würde ich verändern, wenn meine Angst mir nicht im Weg stehen würde? Woher kommt überhaupt meine Angst und was möchte sie mir sagen?
Du musst nicht sofort eine Antwort finden. Manchmal reicht es schon, die Frage in dein Herz zu legen und zu spüren, was sich bewegt.
Zum Schluss
Mit meinen Beiträgen möchte ich mein Wissen was ich mir erarbeitet habe teilen. Ich möchte dir Werkzeuge an die Hand geben und Impulse setzen, die dich auf deinem Weg inspirieren.
Bitte vergiss aber nicht: Ich zeige hier meinen persönlichen, individuellen Weg. Spiritualität ist etwas sehr eigenes – jeder Mensch hat seinen eigenen Zugang, und für jeden kann es auch etwas anderes bedeuten.
Mein Blog darf dir eine Stütze und ein Einstieg sein, doch den Weg gehst du selbst.
Und es ist völlig normal, dass nicht jedes Werkzeug was für mich funktioniert, auch für dich passend ist. Finde deine eigenen Werkzeuge – und baue dir das Leben das du dir tief in deinem Herzen wünschst.
Es gibt einige Podcast, die mir geholfen haben meinen Weg besser zu verstehen sowie die Prozesse die im Hintergrund arbeiten.
Gerne möchte ich diese Podcasts mit euch teilen, ich denke das diese auch für euch eine inspirierende Stütze sein können:
https://open.spotify.com/show/0qjYtlFNuXHr74LJQXlfwA
https://open.spotify.com/show/6LbI7IPE1HHeTn0N2zQMt8
https://open.spotify.com/playlist/14V3jklOHBDZE8Nwx6NYPZ
Egal wie herausfordernd der Weg manchmal erscheint – es lohnt sich, ihn zu gehen.
Mit der Zeit wirst du die Früchte deiner inneren Arbeit sehen. Doch auch sie brauchen Raum, Ruhe und Geduld, um wirklich wachsen und sich in deinem Leben entfalten zu können.
Und das schönste an der ganzen Sacbe ist, dass du auch wieder in dein Selbstvertrauen findest.
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