Der Tod und das Geschenk des Lebens





Der Tod beschäftigt uns alle.Auch wenn wir Ihn noch nicht erlebt haben, ist er ein ständiger stiller und oft verdrängter Begleiter. Dieses Bewusstsein macht uns klar, dass unsere Zeit begrenzt ist. Es erinnert uns daran, wie zerbrechlich das Leben ist und wie wichtig es ist, jeden Tag wertzuschätzen und unsere Zeit sinnvoll zu nutzen.

Der Gedanke an den Tod muss nicht nur Angst oder Schwere auslösen, er kann uns auch Demut lehren, uns die Schönheit des Lebens vor Augen führen und uns näher zu uns selbst bringen.
Es ist wie ein Spiegel, indem wir sehen, was wirklich wichtig ist, wenn alles äußere wegfällt.

Und doch ist es ganz normal, dass wir Menschen irgendwann an einem Punkt ankommen, an dem die Last des Lebens übermächtig erscheint und der Gedanke ans aufgeben verlockend wirkt. Solche Gedanken sind menschlich, und sie kommen häufiger vor, als es viele von uns zugeben.
Viele sprechen nicht darüber, und doch ist es Teil unserer menschlichen Erfahrung.

Ich bin sowie bereits öfter erwähnt durch Phasen in meinem Leben gegangen, in denen ich mich innerlich leer und abgeschnitten gefühlt habe.
Ich habe mich früh dafür interessiert, wovon Menschen berichten, die Nahtoderlebnisse erlebt haben. Und alle haben immer wieder vom selben berichtet: von einem warmen Licht, unendlicher Liebe und Geborgenheit und das Gefühl vom Licht angezogen zu werden.
Warum erleben so viele Menschen diese identische Erfahrung?

Wir durchlaufen in unserem Leben viele kleine "Tode":
das Ende von Beziehungen, das Loslassen von alten Gewohnheiten, das abschließen vergangener Visionen unserer Selbst. Jeder dieser kleinen Tode schafft Raum für Neubeginn und Wachstum. Mir hat der Buddhismus sehr geholfen die Prozesse dahinter besser verstehen zu können. Daher ist es mir wichtig auch hier die Lehren Buddhas mit einfließen zu lassen.

Eine von Buddhas großen Lehren besagt, dass das Leben Leid ist. Je tiefer ich mich damit auseinandergesetzt habe, desto klarer erkannte ich meine selbstgeschaffenen Begrenzungen und Illusionen über mich und das Leben.

Der Buddhismus unterscheidet klar in drei Arten des Leidens:
  • Leid des Leidens --> es beschreibt das direkte, fühlbare Leiden durch beispielsweise körperliche und geistige Belastungen, dass als unweigerlicher Bestandteil des Lebens erfahren wird, da das Glück vergänglich ist.
  • Leid der Veränderung --> es beschreibt wie unvermeidliche Veränderungen im Leben, auch angenehme, zu Leid führen, da man versucht an vergänglichen Situationen festzuhalten.
  • Leid der Bedingtheit --> Dieses Leiden resultiert aus der Unfähigkeit, die Vergänglichkeit von Glück und angenehmen Zuständen zu akzeptieren, was zu Enttäuschungen und Verlustangst führt, da man versucht, diese nicht dauerhaften Zustände festzuhalten.
Das Leben selbst ist Leid: Geburt, Trennung, Alter, Krankheit und Tod.
Wir leiden durch Unwissenheit, Egoismus, Anhaftung, Abneigung sowie Furcht.

Leiden entsteht, weil wir an der Vorstellung eines unabhängigen, "Ichs" festhalten.
Wir glauben, dass es da ein „Ich“ gibt, das getrennt von der Welt existiert; getrennt von anderen Menschen/Tiere/der Natur. Diese Illusion ist die Grundlage aller Anhaftungen, aller Angst sowie aller Verwirrung.

"Das Ich" so wie wir es uns vorstellen, ist eine Konstruktion. Es ist nicht fest, nicht unabhängig, nicht getrennt.
Doch unser ungeübter Geist erkennt das nicht. Wir nehmen nicht wahr, dass der Seher (das Ich), das Gesehene (die Welt) und der Akt des Sehens (die Wahrnehmung) sich wechselseitig bedingen.

Die Geistesgifte
Im Buddhismus gibt es die drei Geistesgifte, eine dieser Gifte ist die Unwissenheit.
Gemeinsam mit Gier und Hass bildet sie das Fundament allen Leidens. Diese drei Geistesgifte stehen im Zentrum der  buddhistischen Psychologie. Sie vergiften den Geist, trüben unsere Wahrnehmung und halten uns im Kreislauf des Leidens (Samsara) gefangen.

Unwissenheit wird dabei als das grundlegendste aller drei Gifte betrachtet. Denn aus ihr entstehen die beiden anderen: Nur weil wir die wahre Natur der Dinge nicht erkennen, entwickeln wir Anhaftung an das, was wir begehren (Gier), und Ablehnung gegenüber dem, was wir nicht wollen (Hass). Unwissenheit ist also wie ein Schleier, der uns daran hindert, die Welt klar zu sehen und deshalb ist sie im Buddhismus das zentrale Hindernis auf dem Weg zur Befreiung. 

Solange Unwissenheit im Geist präsent ist, bleibt der Mensch in einem Zustand der Verblendung und Wiedergeburt gefangen.

Der Weg der Befreiung beginnt mit der Einsicht, dass unser gewohntes Denken oft von Illusionen geprägt ist und dass es möglich ist, über diese hinauszuwachsen. 


Wenn wir uns unserer Sterblichkeit bewusst werden, können wir den Tod als Wendepunkt sehen. Wir können Ihn nicht kontrollieren, aber wir können unsere Haltung zum Leben verändern.
Wiederkehrende Zyklen von Anfang,Ende und Neubeginn prägen uns.
Manchmal fühlen wir uns ausgeliefert, manchmal erkennen wir garnicht in welchem Zyklus wir überhaupt stehen.
Trotzdem liegt es in unserer Verantwortung, bewusst mit diesen Zyklen umzugehen und bemüht zu sein an dieser Zyklen erfolgreich abzuschließen.
Wenn du dich jetzt fragst "Ja toll, ich weiß nicht mal wo ich genau stehe und was ich transformieren darf?" Dann kann ich dir nur eins sagen:
Mit der Zeit wirst du automatisch Impulse in deinem Alltag bekommen, die dir aufzeigen, auf welchem Weg du dich befindest.
Das Leben spricht tagtäglich zu dir.. du musst nur richtig hinhören und sehen.

Gesellschaftlich wird über den Tod wenig gesprochen... Altern, Vergänglichkeit und Krankheiten sind Tabuthemen. Wir suchen nach der ewigen Jugend, Schönheit und Kontrolle. Wir wollen nicht hören das man vielleicht schicksalsartig eine Krankheit bekommt, dass wir nicht mehr lange zu Leben haben, dass unsere Freunde unheilbar krank werden können. Weil es Angst macht und dich eingeengt fühlen lässt.

Wer sich jedoch bewusst macht, dass das Leben nicht unendlich ist, erkennt die Schönheit in jedem Augenblick, mit jedem Atemzug, mit jedem neuen Tag den du in deinem Leben startest.

Sobald die Menschen das Ende Ihrer Tage erreicht haben und im Sterbebett liegen, tauchen wiederkehrende Ängste und Reue auf:
-seinen Lebensträumen und impulsen nicht nachgegangen zu sein
-nicht mutig genug gewesen zu sein
-zu viel gearbeitet und zu wenig gelebt zu haben
-zu wenig gereist zu haben
-Gefühle unterdrückt statt ausgedrückt zu haben (was auch zu Krankheit führt, ein wiederkehrender Kreislauf)
-den Fokus auf die falschen Dinge gelegt zu haben (Status,Geld,Beruf,Anerkennung) statt auf die wichtigen (Liebe, Familie, Freunde, Gesundheit)
Wenn man das so auflistet hört es sich nach simplen Dingen an, und trotzdem haben wir Schwierigkeiten unseren Fokus auf die wirklich wichtigen Dinge zu setzen,

Der Tod als Lehrer: die Liebe die du hinterlassen hast bleibt, und alles Materielle vergeht.

Es geht nicht darum den Tod auszuweichen, sondern ihn bewusst in dein Leben zu integrieren. Wenn du das tust, hast du die Chance auf ein freies und selbstbestimmtes Leben.
Der erste Schritt ist, mit Hingabe und Dankbarkeit dem Leben zu begegnen, tief in dich zu gehen und zu spüren, was dir wirklich Kraft und Lebensfreude gibt.
-Wo gehst du wirklich auf, was begeistert dich im Leben? z.B Hobby
-Bei welchen Menschen verspürst du Energie, auch wenn du von Ihnen weg bist, welche Menschen ziehen Energie von dir?
-Wer oder was inspiriert und bereichert dein Leben?

Wir neigen oft dazu Aufgaben und Entscheidungen vor uns her zu schieben, weil wir oft die Ignoranz besitzen, zu denken, dass wir unendlich viel Zeit auf dieser Erde haben. Doch die Realität ist: Zeit ist kostbar. Auch wenn wir es nicht hören mögen, könnte jeder Abend den du in dein Bett steigst dein letzter sein. Die Gewissheit hast du nie.

Aber wie schön das Leben in sich einfach zu spüren... Genau in diesem Moment kannst du diesen Text mit deinen gesunden Augen lesen. Du besitzt einen klaren Geist sowie Gehirn, der alle Informationen  verarbeiten kann.. Ist das nicht schon einer der größten Segen? 

Wenn dir der Text gefallen hat, würde ich mich über ein kleines Feedback freuen <3 Instagram: janette_grewe




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